Deutschland

Generationengerechtigkeit statt Urlaub mit Enkeln

Bereits zum 28. Mal fand heuer in Rostock die Hanse Sail statt. Für Einheimische das größte Volksfest in Mecklenburg-Vorpommern. Für Touristen und Freunde der Seefahrt ist die Messe gleichzeitig eines der weltweit größten Treffen von Segel- und Museumsschiffen. Kein Wunder also, dass ein solches Spektakel zwischen dem 9. und 12. August knapp 1 Mio. Besucher an die Ostsee lockte.

Rund um Rostock und Warnemünde gab es ein reichhaltiges Programm. Ein durch Rostocks Partnerstadt Szczecin gestaltetes polnisches Dorf gehörte ebenso dazu, wie eine vier Kilometer lange Flaniermeile mit Live-Bands und Leckereien, und ein Piratendorf.

Alles in allem also ein Angebot für die ganze Familie – das auch zahlreiche Urlaubsgäste aus dem ganzen Ostsee-Raum in die Hansestadt zog. Ein schon länger von mir wahrgenommener Trend zeigte sich dabei ganz besonders: Immer mehr Kinder verreisen mit ihren Großeltern.

Natürlich ist es schön, wenn Großeltern Zeit mit ihren Enkeln verbringen können. Doch für mich ist dieses vordergründige Idyll ein Warnsignal, der Vorbote eines gesellschaftlichen Klimawandels.

Christian Enz, Landtagskandidat

Hinter der Fassade werden schnell existenzielle Nöte von heutigen Eltern deutlich. So wurde unter dem Deckmantel der Emanzipation das Lohnniveau so weit gesenkt, dass heute zwei Verdiener zusammen gerade auf die Kaufkraft eines Einzelnen in den 1980er Jahren kommen. Die unter dem politischen Diktat ermittelte Inflationsrate bildet dies kaum ab. Doch Einzelbeispiele machen es deutlich. Kostete 1980 ein neues Auto etwa das 9,4-fache eines durchschnittlichen Nettogehalts, muss heute das 16-fache bezahlt werden. Kamen früher viele Haushalte mit einem Pkw zurecht, werden heute oft zwei benötigt – damit beide Elternteile ihren Arbeitsplatz erreichen können. Bedenkt man dann auch noch, dass der Anteil der Sozialabgaben seit damals stark gestiegen ist – und die auf ein Existenzminimum geschrumpfte staatliche Rente enorme private Anstrengung erforderlich macht ist klar:

Viele Normalverdiener haben heute nicht genügend Geld, um mit ihrer Familie in den Urlaub zu fahren.

Auch in anderen Bereichen – etwa am Musikunterricht oder dem Sportverein – muss kräftig gespart werden. Denn Bildungsgutscheine, etc. – die Schminkpinsel am Gesicht der verfehlter Politik – stehen nur denen zu, die gar nichts haben. Die Mittelschicht, der normale Bürger, wird hingegen gemolken wo es geht. Der Sinn dahinter ist klar: Die Regierenden wollen an der Macht bleiben. Die dazu nötige Mehrheit ist nur über die vor 1975 geborenen zu realisieren. Ihnen sucht man mit finanzpolitisch unverzeihlichen Wahlgeschenken Brei ums Maul zu schmieren.

Dieses Verhalten ist kein Generationenvertrag, sondern Ausbeutung der Jüngeren.

Dabei ist dieses Vorgehen auch nicht im Sinne der Älteren. Denn es gefährdet den sozialen Frieden. Gesellschaftlich und familiär. Außerdem entspricht es nicht dem natürlichen Verantwortungsbewusstsein, das Eltern und Großeltern ihren Kindern und Enkeln gegenüber haben.

Als Experte für Generationengerechtigkeit stehe ich für grundsätzliches Umdenken ein. Ziel muss es sein, jungen Menschen eine Zukunft zu geben. Ebenso wichtig ist es, Eltern den Spielraum zu geben selbst mit ihren Kindern in den Urlaub zu fahren.

Dazu braucht es:

  • Kostenlose KiTa-Plätze auch in Bayern
  • Von Schulart und Träger unabhängige, kostenfreie Schulwegbeförderung
  • Grunderwerbsteuerfreiheit für selbstgenutzte Immobilien
  • Grundsteuerfreiheit für eine selbstgenutzte Immobilie
  • Wiedereinführung der Eigenheimzulage
  • Wechsel von einem beitragsfinanzierten zu einem steuerfinanzierten Rentensystem
  • Eine Steuerreform die dort zur Kasse bittet, wo große Gewinne gemacht werden
  • Ein Gesundheitssystem ohne Beitragsbemessungsgrenze – das Reiche schützt und normale Kassenpatienten alleine lässt
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