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Bezahlbarer Wohnraum auch in Metropolregion knapp

Christian Enz dankbar für Thematisierung von Mietexplosion in der BILD

Gut 74 Prozent sollen die Mieten in einem Berliner Wohnkomplex steigen. Dies berichten Bild-Zeitung und das ZDF-Magazin Frontal. Beispiele wie dieses sind in der Region Nürnberg-Fürth-Erlangen zwar noch selten, doch bezahlbarer Wohnraum wird auch hier knapp. Dies beklagt der Freie Wähler-Landtagskandidat Christian Enz und ist dankbar, dass nun eine breite Öffentlichkeit auf ungebremst steigende Mieten aufmerksam wird.

„Dreht sich die politische Diskussion um Mieterhöhungen, geht es in der Regel immer um Sozialwohnungen“, sagt Christian Enz. „Zum Glück ist der größte Teil der Bevölkerung nicht auf Geld vom Staat angewiesen. Doch auch in der Mittelschicht wird Wohnen zum Existenzproblem“, beklagt der Landtagskandidat. Den Grund hierfür sieht er in der Gewinnmaximierung von Vermietern. „Die fahrlässige Null-Zins-Politik der Bundesregierung erlaubt es nicht mehr, am Kapitalmarkt noch Geld zu verdienen“, erklärt der gelernte Bankkaufmann. „Viele Anleger versuchen deshalb, durch Mieteinnahmen eine ordentliche Rendite zu erzielen“. Gesetzlichen Spielraum haben Vermieter dazu. „Denn die Mietpreisbremse der SPD war reine Augenwischerei. Sonst hätte der Koalitionspartner wohl auch nicht zugestimmt“, kritisiert Enz. Konkret bedeutet dies, dass Mieten innerhalb von drei Jahren zwischen 15 und 20 Prozent steigen dürfen. „Ein schlechter Witz“, kommentiert Enz. „Bedenkt man, dass die Löhne bei optimaler Wirtschaftslage in den letzten Jahren laut Bundesbank im Schnitt um gerade einmal 2,4 Prozent gestiegen sind“.

Regionale Unterschiede

In West-Mittelfranken zeigt sich aktuell ein geteiltes Bild. In ländlichen Bereichen wird bereits der Demografische Wandel sichtbar – und führt zu stagnierenden oder rückläufigen Immobilienpreisen. Entlang der Bahnstrecken Nürnberg-Dombühl oder Nürnberg-Neustadt/Aisch steigen Nachfrage und Preise seit Jahren kontinuierlich. „Hier stehen Wohnungssuchende in Konkurrenz zu Geldanlegern“, weiß Enz. Dies treibt gerade junge Familien in Mietverhältnisse. Allerdings, so kritisiert der Mittelfränkische Landtagskandidat, wurde in den letzten Jahren kein Wert auf Wohnungsbau gelegt. „Deshalb sind Mietwohnungen auch in Hot-Spots wie Ansbach, Herrieden oder Rothenburg knapp“. Kommunalpolitische Fehlentscheidungen wie die Räumung von städtischen Wohnungen im Rothenburger Brauhausareal hätten zudem ihr übriges getan, unterstreicht Enz.

Positiv bewertet Enz das Engagement von Bürgermeistern im Raum Erlangen-Höchstadt. Die Idee unter kommunaler Führung für bezahlbaren Wohnraum in Höchstadt und Adelsdorf zu sorgen, lobt der Landtagskandidat. „Allerdings haben nicht alle Kommunen den finanziellen Spielraum für solche Projekte“. Deshalb sieht der Freie Wähler den Landtag in der Pflicht. „Die Idee einer Mietpreisbremse ist nicht verkehrt“, betont Enz. Allerdings, so der Sozialpolitiker, müsse diese wirkungsvoll ausgestaltet sein. „Deshalb trete ich dafür ein, die maximale Mieterhöhung an die Lohnentwicklung zu koppeln“. Es können nicht sein, dass Mieterhöhungen zehnmal höher ausfielen, als Lohnsteigerungen.

Zurück zur Eigenheimzulage

Darüber hinaus fordert Enz auch noch die Wiedereinführung der Eigenheimzulage sowie Grunderwerbsteuerfreiheit für selbstgenutzte Wohnimmobilien. „Egal ob junge Familien oder Rentner. Auf Dauer lebt nur sicher, wer eigenen Wohnraum hat“, bringt es Enz auf den Punkt. Gleichzeitig zweifelt er daran, dass die bisherigen Regierungsparteien hier umdenken. „Parteien sind auf Spenden angewiesen. Das meiste Geld kommt von denen, die auf hohe Miete drängen“, sagt Enz – und sieht darin eine Fehlsteuerung. „Auf Grund einer Selbstverpflichtung verzichten Freie Wähler auf derlei Großspenden. Das befreit von gefährlichen Abhängigkeiten“.

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